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Laschet betont außenpolitische Expertise - Söder spricht mit Macron

North Rhine-Westphalia's State Premier and new leader of the Christian Democratic Union (CDU) Armin Laschet speaks during a news conference at the CDU headquarters in Berlin, Germany January 22, 2021. Odd Andersen/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Der neue CDU-Chef Armin Laschet knüpft die Auswahl des Unions-Kanzlerkandidaten an Erfahrung in der Europa- und Außenpolitik - und unterstreicht damit eigene Ambitionen.

“Man erwartet von einem Bundeskanzler, dass er außen- und europapolitisch erfahren ist”, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters und verwies dabei auf seine Erfahrung. Er beschäftige sich seit Jahrzehnten mit außen- und europapolitischen Fragen.

CSU-Chef Markus Söder, dem ebenfalls Ambitionen auf die Unions-Kanzlerkandidatur nachgesagt werden, sprach am Freitag nach eigenen Angaben 45 Minuten mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Laschet hatte Macron 2020 dreimal getroffen. Er lobte Macrons außenpolitischen Ansatz. “Strategischer Weitblick und Leidenschaft sind in der Außenpolitik unverzichtbar. Manchmal muss man in der Außenpolitik auch Ideen entwickeln, die im Tagesgeschäft noch nicht realistisch sind”, sagte Laschet.

Er und Söder wollen im März oder April über die Unions-Kanzlerkandidatur entscheiden. Dabei dürfte Unionskreisen zufolge auch eine Rolle spielen, wer am ehesten in die außen- und europapolitischen Fußstapfen der seit 16 Jahren regierenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) treten kann.

Söder sprach nach der Schalte mit Macron, von “großen Übereinstimmungen”. Bayern und Frankreich hätten einen Zehn-Punkte-Plan für die Zusammenarbeit in Zukunftstechnologie vereinbart. Dabei ging es unter anderem um die Zusammenarbeit bei der Quantentechnologie, Künstliche Intelligenz und Flugtaxis. Bayern ist ein wichtiger Standort für die Luftfahrtindustrie in Deutschland. In dem Gespräch sei es deshalb auch um die Entwicklung des geplanten europäischen Kampfjets (FCAS) gegangen, hieß es in Teilnehmerkreisen.

Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend lag der CSU-Chef vor Laschet. Während sich 54 Prozent der Befragten mit Söders politischer Arbeit zufrieden zeigten, waren dies bei Laschet 37 Prozent. Allerdings büßte Söder drei Prozentpunkte ein, Laschet hingegen legte seit seiner Wahl zum CDU-Chef um sechs Punkte zu.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident betonte ferner, dass er nach den Wahlen eine Einigung mit den Grünen in außenpolitischen Fragen trotz des Streits etwa um die Gaspipeline Nord Stream II für möglich halte. “Bei den Jamaika-Sondierungen 2017 waren wir in den außenpolitischen Feldern sehr weit”, sagte Laschet.

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