May 12, 2020 / 5:50 AM / 18 days ago

WDHLG-Wirtschaftsverbände fordern von EU "bisher unbekanntes Maß an Unterstützung"

(präzisiert Überschrift)

München, 12. Mai (Reuters) - In einer gemeinsamen Aktion fordern die Wirtschaftsverbände Deutschlands, Frankreichs und Italiens dringende und umfassende finanzielle Hilfe von der Europäischen Union. Die Corona-Krise sei ein “gewaltiger, unerwarteter und tragischer Schlag für das öffentliche Leben, die Gesundheit, das soziale Wohlergehen und die Konjunktur”, zitiert die “Süddeutsche Zeitung” aus einer Erklärung, die am Dienstag zeitgleich in den drei größten EU-Industrienationen veröffentlicht werden solle. Unterschrieben haben demnach Dieter Kempf für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Vincenzo Boccia, Präsident des italienischen Spitzenverbandes Confindustria, und Geoffroy Roux de Bézieux vom französischen Verband Medef.

Die Pandemie werde “beispiellose asymmetrische Schäden” für Wirtschaft und Gesellschaft verursachen, heißt es der Zeitung zufolge in dem Papier. Deshalb müsse die Reaktion der EU “das bisher bekannte Maß sprengen”. Nötig sei ein “in Friedenszeiten bisher unbekanntes Maß an öffentlicher Unterstützung”. Die Kommission müsse die Finanzmittel im vorübergehenden Gemeinschaftsrahmen deutlich aufstocken, um Unternehmen nachhaltig bei ihrer Gesundung zu unterstützen. Ein europäischer Wiederaufbaufonds in angemessener Höhe solle diese flankieren, um zusätzliche, dringend notwendige Stützungsmaßnahmen und gleiche Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Union sicherzustellen.

Auch Kreditvergaben über die Europäische Investitionsbank EIB, InvestEU und ähnliche Programme seien stark auszuweiten, um privaten Investitionen Starthilfe zu geben und öffentliche Investitionen zu erhöhen, zitiert die Zeitung die Wirtschaftsvertreter. “Wir fordern unsere Regierungen und die europäischen Institutionen nachdrücklich auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und den Green Deal zu nutzen, um Investitionen in moderne Infrastruktur, Digitalisierung und verjüngte industrielle Wertschöpfung zu fördern. Sie sind unverzichtbar, um die europäische Wirtschaft wiederzubeleben und unsere Industrie nachhaltig krisenfest zu machen.” (Reporter: Katharina Loesche. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter der Telefonnummer +49 30 2888 5120.)

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