May 12, 2020 / 1:31 PM / 17 days ago

FIRMEN-BLICK-Biotechunternehmen Biontech macht mehr Verlust

12. Mai (Reuters) - Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

BIONTECH - Frankfurt: Das an einem Corona-Impfstoff forschende Biotechunternehmen ist im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust betrug 53,4 Millionen Euro nach 40,8 Millionen vor Jahresfrist, wie Biontech am Dienstag mitteilte. Das Mainzer Unternehmen gab zum Jahresauftakt deutlich mehr aus, was vor allem an einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen lag. Aber auch für seine Forschung nahm Biontech mehr in die Hand, zudem belasteten höhere Rechtskosten. Der Umsatz stieg dank Zahlungen aus Kooperationsvereinbarungen um 5,7 Prozent auf 27,7 Millionen Euro. Das Unternehmen war zuletzt verstärkt in den Fokus gerückt, nachdem Biontech Ende April die erste klinische Studie für einen Corona-Impfstoff in Deutschland gestartet hatte. Die ersten Daten werden für Ende Juni oder im Juli erwartet.

HOCHTIEF - Düsseldorf: Der Baukonzern bekommt die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Der operative Konzerngewinn ging im ersten Quartal um 6,8 Prozent auf 123,7 Millionen Euro zurück, der Auftragseingang schrumpfte um 36,2 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Den Umsatz konnten die Essener im ersten Quartal indes auf 6,1 (Vorjahr: 5,7) Milliarden Euro steigern. Der Baukonzern ist sich angesichts der Krise zudem weiter nicht sicher, ob er seine Jahresprognose erfüllen kann: “Sobald die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft besser absehbar sind, werden wir eine gegebenenfalls aktualisierte Prognose für 2020 ausgeben.”

RYANAIR - Dublin: Der irische Billigflieger will in Zukunft doch wieder eine einheitliche, ausschließlich aus Flugzeugen von Boeing bestehende Flotte betreiben. Durch die Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Lauda waren 30 Airbus-Jets in die Gruppe gekommen. Vor gut einem Jahr hatte Ryanair-Chef Michael O’Leary noch Pläne zur Anschaffung von 100 Airbus A321. Doch das hat sich mit der Corona-Krise zerschlagen. O’Leary sagte jetzt, Airbus-Bestellungen für die kommenden zwölf Monate seien storniert. In den kommenden Jahren werde die Airbus-Flotte von Lauda gegen Boeing-Modelle ausgetauscht. Sie werde außerdem deutlich verkleinert, ergänzte er vor dem Hintergrund eines Streits mit den österreichischen Gewerkschaften über Gehaltskürzungen. Schon früher hatte er dazu erklärte, wenn diese nicht bis 20. Mai einwilligten, werde der Lauda-Standort Wien geschlossen.

LUFTHANSA - Brüssel: Die belgische Lufthansa-Tochter Brussels Airlines plant wegen der Corona-Krise eine deutliche Verkleinerung. Die Flotte solle um 30 Prozent schrumpfen, die Beschäftigung um ein Viertel reduziert werden, kündigte die Airline an. Damit sollten die Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau sinken. Brussels verhandelt mit der belgischen Regierung über staatliche Finanzhilfe. Die Lufthansa-Tochter erklärte, sie brauche sowohl vom Staat als auch vom Mutterkonzern Hilfe.

BANG & OLUFSEN - Kopenhagen: Der dänische Hersteller von hochpreisigen Lautsprechern und TV-Geräten will sich über eine Kapitalerhöhung 400 Millionen Kronen (53,6 Millionen Euro) besorgen. “Bang & Olufsen befindet sich in einer ernsten Situation, in der wir neues Kapital beschaffen müssen, um die globale COVID-19-Krise zu überstehen”, sagte Firmenchef Ole Andersen. Am 3. Juni finde dazu eine außerordentliche Hauptversammlung statt. Andersen zufolge konnte sich Bang & Olufsen bereits die Unterstützung einer Reihe institutioneller Investoren sichern. Der Umsatz für das im Mai endende Geschäftsjahr 2019/20 wird nun am unteren Ende der Prognose erwartet, die einen Einbruch zwischen 20 bis 29 Prozent vorsah. Die Aktien gaben um mehr als neun Prozent auf den niedrigsten Stand seit 1994 nach.

ALSTOM - Paris: Die Corona-Krise trübt die Aussichten beim französischen TGV-Hersteller Alstom. Im Geschäftsjahr 2020/21 rechnet der Konzern mit negativen Auswirkungen auf seine Aufträge, Umsatz und Gewinn. Die genauen Folgen der Pandemie seien zwar noch nicht absehbar. Das angestrebte Ziel eines jährlichen durchschnittlichen Wachstums von fünf Prozent zwischen 2019/20 und 2022/23 dürfte aber “leicht beeinträchtigt” werden. Im Geschäftsjahr 2019/20 stieg der Betriebsgewinn (Ebit) um vier Prozent auf 630 Millionen Euro. Der operative Mittelzufluss (Free Cash-flow) legte auf 206 (Vorjahr: 153) Millionen Euro zu, mehr als Analysten erwartet hatten. Alstom-Aktien legten darauf an der Börse mehr als vier Prozent zu.

SAUDI ARAMCO - Dubai: Niedrigere Ölpreise und ein Nachfragrückgang im Zuge der Coronavirus-Pandemie haben dem Ölkonzern im ersten Quartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Der Nettogewinn fiel um ein Viertel auf 62,48 Milliarden Riyal (umgerechnet rund 15,4 Milliarden Euro), wie Saudi Aramco mitteilte. Analysten hatten einen nicht ganz so starken Gewinnrückgang erwartet. Die Rohölpreise waren im ersten Quartal um 65 Prozent gefallen, bevor die im Verbund Opec+ vereinigten Ölproduzenten eine Senkung der Ölproduktion um täglich 9,7 Millionen Barrel beschlossen hatten, um die Preise zu stützen und das Überangebot einzudämmen.

VODAFONE - London: Der weltweit zweitgrößte Mobilfunker hinter China Mobile verzichtet wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronakrise auf einen Ausblick. Es sei derzeit unmöglich, eine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2020/21 auszugeben, teilte das britische Unternehmen mit. Vor allem die Roaming-Umsätze litten unter den Reisebeschränkungen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) stieg in dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 um 2,6 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Das lag im Rahmen der Erwartungen von Analysten.

HONDA - Tokio: Der japanische Autobauer hat in dem im März geendeten Geschäftsjahr 2019/20 wegen der mauen Nachfrage infolge der Virus-Krise weniger verdient. Das Betriebsergebnis sank um 13 Prozent auf 634 Milliarden Yen (5,5 Milliarden Euro) und verfehlte damit die Analystenschätzungen von 669 Milliarden Yen. Einen Ausblick für das laufende Jahr gab der Vorstand nicht.

STRÖER - Düsseldorf: Das Werbeunternehmen ist zum Jahresauftakt trotz der Coronakrise mit Zuwächsen ins Jahr gestartet. Doch im zweiten Quartal macht sich die Pandemie mit deutlich sinkenden Erlösen bemerkbar, vor allem in der Außenwerbung, wie der Vorstand mitteilte. Eine Jahresprognose wagte er nicht. Im ersten Quartal stieg der Umsatz noch um fünf Prozent auf 368 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte um sechs Prozent auf 124 Millionen Euro zu.

ILIAD - Paris: Der französische Telekomkonzern hat in der Coronakrise von einer stärkeren Nachfrage nach Datenpaketen und einer höheren Zahl von Handyabonnenten profitiert. Der Umsatz legte im ersten Quartal um fast sieben Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zu, wie Iliad mitteilte. Zugleich bestätigte das in Frankreich und Italien operierende Unternehmen seine Jahresziele.

FACC - Düsseldorf: Der Airbus und Boeing-Zulieferer hat zum Jahresauftakt schwarze Zahlen geschrieben. Bei einem Umsatzrückgang um 5,8 Prozent auf 193,7 Millionen Euro erreichte das operative Ergebnis (Ebit) im ersten Quartal 13,1 Millionen Euro nach einem Verlust von 8,3 Millionen vor Jahresfrist. Kostensenkungen zeigten erste positive Effekte, wie FACC mitteilte. Eine Prognose wagte der Vorstand wegen der Unwägbarkeiten der Coronakrise nicht. Es würden aber deutliche Nachfrage- und Produktionseinschränkungen in den kommenden Monaten erwartet.

ECKERT&ZIEGLER - Berlin: Der Gewinn der Medizintechnikfirma ist im ersten Quartal wegen Währungseffekten durch den Real-Einbruch in Brasilien und einer schwächeren Nachfrage nach industriellen Komponenten zurückgegangen. Er fiel um 14 Prozent auf fünf Millionen Euro, wie das Berliner Unternehmen mitteilte. Der Umsatz stieg vor allem wegen Zuwächsen im Segment mit radiopharmazeutischen Produkten um zwei Prozent auf 44,5 Millionen Euro. Eckert&Ziegler bestätigte die Jahresprognose.

TENCENT MUSIC - Der chinesische Musikstreaming-Anbieter geht nach einem enttäuschenden Jahresauftakt von einer Verbesserung im zweiten Quartal aus. “Wir glauben, dass wir das Schlimmste hinter uns gebracht haben”, sagte Strategiechef Tony Yip. Wegen Ausfällen im Veranstaltungssegment im Zusammenhang mit der Coronakrise stiegen die Erlöse des Spotify-Konkurrenten im ersten Quartal um zehn Prozent auf umgerechnet 823 Millionen Euro. Analysten hatten sich mehr erhofft. Inzwischen kommt der vom chinesischen Technologiegiganten Tencent kontrollierte Konzern auf fast 43 Millionen zahlende Abonnenten seines Musik-Streamingangebots. Spotify - auch ein Anteilseigner an Tencent Music - zählt 130 Millionen.

HAMBURGER HAFEN UND LOGISTIK (HHLA) - Düsseldorf: Stürme und das sich ausbreitende Coronavirus haben dem Hafenbetreiber zum Jahresauftakt zugesetzt. Der Umsatz sank im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf 335,7 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) brach derweil um 38,6 Prozent auf 36,7 Millionen Euro ein. Vorstandschefin Angela Titzrath wagte keine Jahresprognose, hatte aber zuletzt bereits erklärt, mit starken Einbußen zu rechnen. “Wir müssen uns auf eine Situation einstellen, die es in der Firmengeschichte noch nicht gegeben hat und die wir nicht beeinflussen können”, sagte sie nun.

CEWE - Düsseldorf: Der Fotokonzern ist zum Jahresauftakt trotz der bereits aufkeimenden Coronakrise nur mit geringen Gewinneinbußen gestartet. Bei einem Umsatzplus von 4,1 Prozent auf 144,8 Millionen Euro schrumpfte das operative Ergebnis (Ebit) im ersten Quartal auf 1,8 (Vorjahr: 2,3) Millionen Euro. Vor allem das gestiegene Onlinegeschäft etwa mit Fotobüchern habe sich positiv ausgewirkt, teilte Cewe mit. Dagegen macht sich die Pandemie im kommerziellen Bereich bemerkbar. Wegen der Unsicherheiten über die künftige Entwicklung wagte der Vorstand keine Jahresprognose.

CORESTATE - Frankfurt: Dem Immobilien-Manager entgehen wegen der Corona-Krise wichtige Einnahmen. Wegen der Pandemie seien seit März vermehrt Transaktionen verschoben worden, so dass der Umsatz im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 51,7 Millionen Euro fiel, wie Corestate mitteilte. Das Konzernergebnis halbierte sich fast auf 14,3 (Vorjahr: 26,3) Millionen Euro. Die Prognose hatte Corestate bereits Ende April gekippt und die Dividende gestrichen. “Auch wenn wir unseren Finanzausblick angesichts der aktuell hohen Unsicherheit zurücknehmen mussten, werden wir dieses Jahr mit unserem operativen Geschäft weiterhin klar profitabel sein”, sagte Vorstandschef Lars Schnidrig. Eine neue Prognose traut er sich weiterhin nicht zu.

SWISS LIFE - Zürich: Die Prämieneinnahmen des größten Schweizer Lebensversicherers sind im ersten Quartal in Lokalwährungen um 20 Prozent auf 7,82 Milliarden Franken eingebrochen. Swiss Life verwies auf außerordentlich hohe Einmalprämien in der Vorjahresperiode, nachdem sich ein Mitbewerber aus dem Vollversicherungsgeschäft in der Schweiz zurückgezogen hatte. Bereinigt um diesen Effekt resultierte ein Plus von vier Prozent. Swiss Life spüre die Covid-19-Pandemie bei den Anlageerträgen, teilte der Versicherer weiter mit. Dank ausgewogener Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken seien die Risiken im Versicherungsbuch überschaubar. Der Konzern halte an den finanziellen Zielsetzungen “Swiss Life 2021” fest.

TEAMVIEWER - Berlin: Der Softwareanbieter profitiert vom Trend zum Home-Office in der Coronakrise und ist deswegen zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Es werde nun mit abgerechneten Umsätzen von etwa 450 Millionen Euro gerechnet, teilte das schwäbische Unternehmen mit. Bisher waren 430 bis 440 Millionen Euro erwartet worden. Im ersten Quartal stiegen die abgerechneten Umsätze um 75 Prozent auf bisher nie erreichte knapp 120 Millionen Euro. Wegen langsam steigender Kosten kletterte das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) um 96 Prozent auf fast 74 Millionen Euro.

LOGITECH - Zürich: Die Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus treiben die Geschäfte des Schweizer Computerzubehör-Herstellers. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (per Ende März) kletterte der Umsatz um 14 Prozent auf 709 Millionen Dollar. Logitech habe von einer Zunahme von Videokonferenzen, Heimarbeit und Online-Spielen profitiert. Der operative Gewinn stieg um 23 Prozent auf 79 Millionen Dollar. Logitech bekräftige den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr.

FIAT CHRYSLER - Sao Paulo: Der Autohersteller fährt die Produktion in seinen drei Standorten in Brasilien schrittweise wieder hoch. “Bei Wiederaufnahme des Betriebs wird im ersten Schritt die Priorität darin bestehen, alle Arbeitnehmer in den neuen Sicherheits- und Hygienestandards und Prozessänderungen zu schulen”, erklärte das Unternehmen. “Das Produktionsvolumen wird dann im Laufe des Monats gesteigert, da die Anlage an neue Verfahren und die Marktnachfrage angepasst wird.” Zunächst seien 6400 der rund 10.000 beurlaubten Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, sagte der italienisch-amerikanische Autobauer. Die Bänder standen 48 Tage lang still.

Zusammengestellt in den Redaktionen Berlin, Frankfurt und Zürich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1232 oder +49 30 2888 5168.

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