May 15, 2020 / 11:29 AM / 16 days ago

FIRMEN-BLICK-BMW beginnt mit Produktion von Atemmasken in Bayern

15. Mai (Reuters) - Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

BMW - München: Der Autobauer beginnt mit der angekündigten Herstellung von Atemschutzmasken in Deutschland. Zwei vollautomatische Anlagen produzieren im Werk Wackersdorf bei Regensburg täglich insgesamt bis zu 200.000 Mund-Nase-Masken, mit denen sich BMW-Mitarbeiter vor dem Coronavirus schützen sollen. Spezialmaschinen und Rohmaterial stammen ebenfalls aus Bayern. Die Maschinen lieferte der zum chinesischen Autozulieferer Ningbo Joyson Electronic gehörende deutsche Hersteller PIA Automation. Vliesstoffe kommen vom bayerischen Textilkonzern Sandler. Die Bundesregierung will die heimische Produktion von Masken und weiterer medizinischer Ausrüstung ankurbeln.

OTTOBOCK – Danzig: Das Medizintechnikunternehmen hat im vergangenen Jahr erstmals einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Der Umsatz kletterte 2019 um 8,2 Prozent auf 1,003 Milliarden Euro, wie Ottobock mitteilte. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg um zehn Prozent auf 191 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Ebitda-Marge auf 19,2 Prozent. “Im nächsten Schritt wollen wir ein Niveau von 20 Prozent erreichen”, sagte Finanzchef Jörg Wahlers. Für 2020 habe Ottobock das Wachstumstempo eigentlich steigern wollen, doch die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftszahlen seien noch nicht abschätzbar, sagte Firmenchef Philipp Schulte-Noelle. “In den ersten Monaten waren wir voll auf Kurs, diese Ziele zu erreichen.” Sobald sich die Situation normalisiert habe, rechne das Unternehmen mit Nachholeffekten.

FOXCONN - Taipeh: Der Gewinn des taiwanischen Elektronikherstellers ist im ersten Quartal um fast 90 Prozent eingebrochen. Der Nettogewinn von Foxconn - früher Hon Hai Precision - rutschte auf 2,1 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 65 Millionen Euro), da die Corona-Pandemie die Nachfrage von Apple und anderen Großkunden drückte, wie Foxconn mitteilte. Dies liegt deutlich unter den Analystenschätzungen von 8,88 Milliarden Taiwan-Dollar. Der Konzern erwartet jedoch ein zweistelliges Umsatzwachstum im zweiten Quartal, da die Produktion in China wieder hochgefahren ist. “Hon Hai wird sich im zweiten Quartal stabilisieren”, erklärte der Konzern.

FORTUM/UNIPER - Helsinki: Der finnische Energieversorger Fortum hat im ersten Quartal weniger verdient. Der operative Gewinn schrumpfte um vier Prozent auf 393 Millionen Euro, lag damit aber noch über den Erwartungen der Analysten. Der Mehrheitseigentümer des Düsseldorfer Versorgers Uniper konnte Einbußen durch niedrigere Strompreise weitgehend durch Absicherungsgeschäfte ausgleichen. Fortum bekräftigte, im Laufe des Jahres mit Uniper eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.

WÜSTENROT & WÜRTTEMBERGISCHE (W&W) - München: Der Gewinn des Bauspar- und Versicherungskonzerns ist wegen des Abschwungs an den Kapitalmärkten in der Coronakrise im ersten Quartal um zwei Drittel eingebrochen. Das Nettoergebnis sei auf 25,0 (78,5) Millionen Euro gesunken, teilte W&W mit. Grund dafür war ein negatives Finanzergebnis. Die Pandemie zeigte sich vor allem bei der Bausparkasse Wüstenrot, deren Brutto-Neugeschäft um 13 Prozent einbrach. Damit habe sie aber noch Marktanteile gewonnen, erklärte W&W. Die Gewinnprognose für 2020 hatte der Konzern bereits Anfang Mai gekappt.

CATHAY PACIFIC - Sydney: Die Fluggesellschaft bezeichnet ihre Aussichten wegen der Coronavirus-Pandemie als “sehr düster”. Die Passagierzahlen von Cathay Pacific brachen im April um 99,6 Prozent ein. “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen wir noch keine unmittelbaren Anzeichen für eine Verbesserung”, sagte Ronald Lam, Manager bei Cathay Pacific. Das Hongkonger Unternehmen verbuchte im Zeitraum Januar bis April einen ungeprüften Verlust von 4,5 Milliarden Hongkong-Dollar (537,1 Millionen Euro).

GEA - Düsseldorf: Der für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer hat bislang keine größeren Auswirkungen der Coronakrise zu spüren bekommen. So stieg der Auftragseingang um 16 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro und markierte damit eine Bestmarke für ein erstes Quartal. Bei einem Umsatzplus um 3,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro stieg das operative Ergebnis (Ebitda) vor Restrukturierungsaufwand um 40,7 Prozent auf 105 Millionen Euro. “Gea ist sehr gut in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. Auch wenn die Dauer und damit die finanziellen Auswirkungen von Covid-19 nur schwer abzuschätzen sind, halten wir an unserem Ausblick für 2020 fest”, betonte Vorstandschef Stefan Klebert.

AURUBIS - Düsseldorf: Der Kupferkonzern ist dank gestiegener Preise im ersten Halbjahr des Bilanzjahres 2019/20 trotz der Coronakrise noch glimpflich davon gekommen. Bei einem Umsatzanstieg auf 6,013 (Vorjahr: 5,7) Milliarden Euro schrumpfte das Vorsteuerergebnnis auf 91 (103) Millionen Euro. “Angesichts der Covid-19-Pandemie haben wir Aurubis bisher gut durch die Krise gesteuert”, erklärte Vorstandschef Roland Harings. Er bekräftigte daher seine Jahresziele.

VARTA - Düsseldorf: Wegen der hohen Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen und dank eines Zukaufs ist der schwäbische Batteriehersteller mit deutlichen Zuwächsen ins Jahr gestartet. Der Umsatz schnellte um rund 170 Prozent auf 198,5 Milionen Euro, ohne Akquisitionen hätte der Zuwachs bei 68,2 Prozent gelegen. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg in den ersten drei Monaten um 197 Prozent auf 51,7 Millionen Euro, bereinigt um 135 Prozent. Der Vorstand bekräftigte seine Prognose für 2020, die einen Umsatz zwischen 780 und 800 Mio. Millionen Euro vorsieht, ein Wachstum zwischen 115 und 120 Prozent.

OFFICE DEPOT - Bangalore: Der US-Büroartikelhersteller kündigt die Streichung von rund 13.100 Arbeitsplätzen und die Schließung von Filialen an. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2023 umgesetzt werden und zu Nettoeinsparungen von 860 Millionen Dollar führen, wie das Management bekanntgab. Zugleich werden durch den Abbau Belastungen von bis zu 543 Millionen Dollar erwartet. Office Depot will sich künftig stärker auf sein Geschäft mit IT-Dienstleistungen konzentrieren.

OMV - Wien: Beim Wiener Erdöl- und Gaskonzern werden die Reiseausgaben von Vorstandschef Rainer Seele und die Sponsoring-Aktivitäten des Unternehmens unter die Lupe genommen. Eine entsprechende Prüfung ordnete der Aufsichtsrat an, wie dessen Vorsitzender Wolfgang Berndt mitteilte. Hintergrund ist ein Bericht der Onlineplattform dossier.at. Diesem zufolge zahlte OMV für Seeles Nutzung von Privatflugzeugen seit 2016 insgesamt 400.000 Euro. Die Sponsorenvereinbarung mit dem Fußballclub Zenit St. Petersburg, dem angeblichen Lieblingsteam des russischen Präsidenten Wladimir Putin, habe 25 Millionen Euro gekostet. Aufsichtsratschef Berndt sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Seeles und seine eigenen Reiseausgaben von 2017 bis 2019 würden untersucht. Das gelte auch für alle Sponsoringausgaben.

NIKE - Bangalore: Der US-Sportartikelhersteller erwartet eine Belastung der Finanzergebnisse im laufenden Geschäftsquartal durch die coronabedingten Filialschließungen rund um den Globus. Das teilte der Adidas- und Puma-Konkurrent am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Nike fährt zwar sein E-Commerce-Geschäft hoch, um die gestiegenen Internetbestellungen stemmen zu können. Aber je nach Land sind nach Angaben des Managements derzeit nur fünf bis 40 Prozent der Nike-Filialen offen. In mehr als 15 Ländern hat das Unternehmen nach den Schließungen im Zuge der Viruskrise wieder Geschäfte geöffnet, darunter Deutschland, Frankreich, Brasilien und die USA. (Zusammengestellt in den Redaktionen Berlin, Frankfurt und Zürich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1232 oder +49 30 2888 5168.)

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