May 15, 2020 / 9:19 PM / 11 days ago

FIRMEN-BLICK-Buffett-Firma Berkshire reduziert Goldman-Anteil deutlich

15. Mai (Reuters) - Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

GOLDMAN SACHS - New York: Die US-Investmentfirma Berkshire Hathaway der Investorenlegende Warren Buffett hat ihre Beteiligung an der Großbank Goldman Sachs deutlich verringert. Aus einer offiziellen Mitteilung der Firma, die das Porfolio per 31. März aufzeigt, geht hervor, dass Berkshire ihren Anteil an dem Geldaus um 84 Prozent auf rund 1,9 Millionen Aktien von zwölf Millionen Aktien drei Monate zuvor reduziert hat. Der Marktwert der Goldman-Investition fiel auf rund 297 Millionen Dollar von etwa 2,76 Milliarden Dollar. Zudem stieg Berkshire aus dem Versicherer Travelers und dem Ölunternehmen Phillips 66 aus. Berkshire Hathaway ist an etwa 90 Firmen unterschiedlichster Branchen beteiligt. Die Firma hält etwa Anteile an Apple, Coca-Cola sowie dem Ketchup-Hersteller Kraft Heinz.

USA/DAIMLER - Der Autobauer wird in seinem US-Werk in Alabama in der kommenden Woche nichts produzieren können. Grund seien fehlende Zuliefer-Teile, erklärte der Konzern am Freitag. Insidern zufolge liegt das an fehlenden Teilen aus Mexiko, wo die Zulieferer ihre Produktion noch nicht wieder aufgenommen haben. Daimler hatte das Werk Ende April nach der Corona-Krise wieder hochgefahren.

FACEBOOK - Das Online-Netzwerk kauft das US-Unternehmen Giphy, das auf animierte Bilder (GIFs) im Netz spezialisiert ist. Giphy solle Teil der Facebook-Tochter Instagram werden, teilte der Konzern am Freitag mit. Finanzielle Details des Vorhabens wurden nicht genannt. Der Nachrichtendienst Axios sprach allerdings von etwa 400 Millionen Dollar, die als Kaufpreis im Raum stünden.

FRESENIUS - Frankfurt: Der Gesundheitskonzern rechnet im Zusammenhang mit der Virus-Krise mit keinen größeren Einbußen. “Insgesamt bleibe ich dabei: Die eine oder andere Schramme werden wir noch abbekommen”, sagte Konzernchef Stephan Sturm der “FAZ” laut Vorabbericht. “Größere finanzielle Einbußen sollten uns aber erspart bleiben. Wir werden diese Krise gut meistern.” In China sehe er mittlerweile eine weitgehende Normalisierung. “In unseren Werken produzieren wir wieder voll. Auch die Logistik innerhalb des Landes hat sehr zügig Fortschritte gemacht.” In Amerika, wo Fresenius mit der Tochter Fresenius Medical Care stark vertreten ist, sieht er positive Anzeichen. “Inzwischen ist meine Wahrnehmung, dass wir auch in den USA den Scheitelpunkt überschritten haben und darauf hoffen können, dass wir graduell hin zu einer Normalisierung kommen.”

VIRGIN ATLANTIC - London: Die Pläne der britischen Regierung, im Land ankommende Reisende mit einer Quarantäne von 14 Tagen zu belegen, erschweren die Lage bei der Airline weiter. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, halte dies Fluggäste fern und Virgin werde frühestens im August den Flugbetrieb wieder aufnehmen, sagte ein Insider aus dem Umfeld des Unternehmens. Ohne Quarantäne könne vielleicht schon im Juli wieder geflogen werden. Der britische Virgin-Besitzer Richard Branson hat - wie viele andere Fluggesellschaften auch - Staatshilfe beantragt, um die Coronakrise mit ihren Reisebeschränkungen zu überstehen.

FIAT CHRYSLER - Mailand: Der Autobauer bemüht sich angesichts der Coronakrise einem Insider zufolge um eine milliardenschwere Staatsbürgschaft. Das Unternehmen spreche mit der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo über einen vom Staat garantierten Kredit im Volumen von 6,3 Milliarden Euro, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person Reuters. Fiat Chrysler und die Bank lehnten eine Stellungnahme ab.

VF CORP - Bangalore: Der US-Hersteller von Vans-Schuhen und Timberland-Stiefeln rechnet wegen der durch das Coronavirus verursachten Ladenschließungen im laufenden Quartal mit Umsatzeinbußen von mehr als der Hälfte. “In den ersten zehn Monaten des Fiskaljahres 2019/2020 hat unser Unternehmen Ergebnisse erzielt, die über unseren langfristigen Wachstumszielen liegen. Dann veränderte sich die Welt für uns alle wegen COVID-19”, sagte VF-Corp-Chef Steve Rendle. Davon seien auch die Lieferanten betroffen, ferner würden viele Werke mit reduzierter Kapazität arbeiten. Für das im März beendete vierte Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 meldete das in Denver, Colorado, ansässige Unternehmen einen Nettoverlust von 483,8 Millionen Dollar, verglichen mit einem Gewinn von 128,8 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoumsatz sank um etwa zwei Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar und lag damit unter den Analysten-Schätzung von 2,28 Milliarden Dollar. VF-Corp gab keinen Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr 2020/2021.

TOYOTA - Tokio: Der japanische Autobauer plant wegen der Coronavirus-Krise seine heimische Produktion im Juni zu reduzieren. Wegen der geringeren Nachfrage nach Neuwagen werde der Konzern nun 122.000 Einheiten weniger herstellen, teilte Toyota mit. Dies entspreche einer 40-prozentigen Kürzung gegenüber den bisherigen Prognosen für den Monat Juni.

BMW - München: Der Autobauer beginnt mit der angekündigten Herstellung von Atemschutzmasken in Deutschland. Zwei vollautomatische Anlagen produzieren im Werk Wackersdorf bei Regensburg täglich insgesamt bis zu 200.000 Mund-Nase-Masken, mit denen sich BMW-Mitarbeiter vor dem Coronavirus schützen sollen. Spezialmaschinen und Rohmaterial stammen ebenfalls aus Bayern. Die Maschinen lieferte der zum chinesischen Autozulieferer Ningbo Joyson Electronic gehörende deutsche Hersteller PIA Automation. Vliesstoffe kommen vom bayerischen Textilkonzern Sandler. Die Bundesregierung will die heimische Produktion von Masken und weiterer medizinischer Ausrüstung ankurbeln.

OTTOBOCK – Danzig: Das Medizintechnikunternehmen hat im vergangenen Jahr erstmals einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Der Umsatz kletterte 2019 um 8,2 Prozent auf 1,003 Milliarden Euro, wie Ottobock mitteilte. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg um zehn Prozent auf 191 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Ebitda-Marge auf 19,2 Prozent. “Im nächsten Schritt wollen wir ein Niveau von 20 Prozent erreichen”, sagte Finanzchef Jörg Wahlers. Für 2020 habe Ottobock das Wachstumstempo eigentlich steigern wollen, doch die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftszahlen seien noch nicht abschätzbar, sagte Firmenchef Philipp Schulte-Noelle. “In den ersten Monaten waren wir voll auf Kurs, diese Ziele zu erreichen.” Sobald sich die Situation normalisiert habe, rechne das Unternehmen mit Nachholeffekten.

FOXCONN - Taipeh: Der Gewinn des taiwanischen Elektronikherstellers ist im ersten Quartal um fast 90 Prozent eingebrochen. Der Nettogewinn von Foxconn - früher Hon Hai Precision - rutschte auf 2,1 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 65 Millionen Euro), da die Corona-Pandemie die Nachfrage von Apple und anderen Großkunden drückte, wie Foxconn mitteilte. Dies liegt deutlich unter den Analystenschätzungen von 8,88 Milliarden Taiwan-Dollar. Der Konzern erwartet jedoch ein zweistelliges Umsatzwachstum im zweiten Quartal, da die Produktion in China wieder hochgefahren ist. “Hon Hai wird sich im zweiten Quartal stabilisieren”, erklärte der Konzern.

FORTUM/UNIPER - Helsinki: Der finnische Energieversorger Fortum hat im ersten Quartal weniger verdient. Der operative Gewinn schrumpfte um vier Prozent auf 393 Millionen Euro, lag damit aber noch über den Erwartungen der Analysten. Der Mehrheitseigentümer des Düsseldorfer Versorgers Uniper konnte Einbußen durch niedrigere Strompreise weitgehend durch Absicherungsgeschäfte ausgleichen. Fortum bekräftigte, im Laufe des Jahres mit Uniper eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.

WÜSTENROT & WÜRTTEMBERGISCHE (W&W) - München: Der Gewinn des Bauspar- und Versicherungskonzerns ist wegen des Abschwungs an den Kapitalmärkten in der Coronakrise im ersten Quartal um zwei Drittel eingebrochen. Das Nettoergebnis sei auf 25,0 (78,5) Millionen Euro gesunken, teilte W&W mit. Grund dafür war ein negatives Finanzergebnis. Die Pandemie zeigte sich vor allem bei der Bausparkasse Wüstenrot, deren Brutto-Neugeschäft um 13 Prozent einbrach. Damit habe sie aber noch Marktanteile gewonnen, erklärte W&W. Die Gewinnprognose für 2020 hatte der Konzern bereits Anfang Mai gekappt.

CATHAY PACIFIC - Sydney: Die Fluggesellschaft bezeichnet ihre Aussichten wegen der Coronavirus-Pandemie als “sehr düster”. Die Passagierzahlen von Cathay Pacific brachen im April um 99,6 Prozent ein. “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen wir noch keine unmittelbaren Anzeichen für eine Verbesserung”, sagte Ronald Lam, Manager bei Cathay Pacific. Das Hongkonger Unternehmen verbuchte im Zeitraum Januar bis April einen ungeprüften Verlust von 4,5 Milliarden Hongkong-Dollar (537,1 Millionen Euro).

GEA - Düsseldorf: Der für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer hat bislang keine größeren Auswirkungen der Coronakrise zu spüren bekommen. So stieg der Auftragseingang um 16 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro und markierte damit eine Bestmarke für ein erstes Quartal. Bei einem Umsatzplus um 3,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro stieg das operative Ergebnis (Ebitda) vor Restrukturierungsaufwand um 40,7 Prozent auf 105 Millionen Euro. “Gea ist sehr gut in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. Auch wenn die Dauer und damit die finanziellen Auswirkungen von Covid-19 nur schwer abzuschätzen sind, halten wir an unserem Ausblick für 2020 fest”, betonte Vorstandschef Stefan Klebert.

AURUBIS - Düsseldorf: Der Kupferkonzern ist dank gestiegener Preise im ersten Halbjahr des Bilanzjahres 2019/20 trotz der Coronakrise noch glimpflich davon gekommen. Bei einem Umsatzanstieg auf 6,013 (Vorjahr: 5,7) Milliarden Euro schrumpfte das Vorsteuerergebnis auf 91 (103) Millionen Euro. “Angesichts der Covid-19-Pandemie haben wir Aurubis bisher gut durch die Krise gesteuert”, erklärte Vorstandschef Roland Harings. Er bekräftigte daher seine Jahresziele.

VARTA - Düsseldorf: Wegen der hohen Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen und dank eines Zukaufs ist der schwäbische Batteriehersteller mit deutlichen Zuwächsen ins Jahr gestartet. Der Umsatz schnellte um rund 170 Prozent auf 198,5 Millionen Euro, ohne Akquisitionen hätte der Zuwachs bei 68,2 Prozent gelegen. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg in den ersten drei Monaten um 197 Prozent auf 51,7 Millionen Euro, bereinigt um 135 Prozent. Der Vorstand bekräftigte seine Prognose für 2020, die einen Umsatz zwischen 780 und 800 Millionen Euro vorsieht, ein Wachstum zwischen 115 und 120 Prozent.

OFFICE DEPOT - Bangalore: Der US-Büroartikelhersteller kündigt die Streichung von rund 13.100 Arbeitsplätzen und die Schließung von Filialen an. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2023 umgesetzt werden und zu Nettoeinsparungen von 860 Millionen Dollar führen, wie das Management bekanntgab. Zugleich werden durch den Abbau Belastungen von bis zu 543 Millionen Dollar erwartet. Office Depot will sich künftig stärker auf sein Geschäft mit IT-Dienstleistungen konzentrieren.

OMV - Wien: Beim Wiener Erdöl- und Gaskonzern werden die Reiseausgaben von Vorstandschef Rainer Seele und die Sponsoring-Aktivitäten des Unternehmens unter die Lupe genommen. Eine entsprechende Prüfung ordnete der Aufsichtsrat an, wie dessen Vorsitzender Wolfgang Berndt mitteilte. Hintergrund ist ein Bericht der Onlineplattform dossier.at. Diesem zufolge zahlte OMV für Seeles Nutzung von Privatflugzeugen seit 2016 insgesamt 400.000 Euro. Die Sponsorenvereinbarung mit dem Fußballclub Zenit St. Petersburg, dem angeblichen Lieblingsteam des russischen Präsidenten Wladimir Putin, habe 25 Millionen Euro gekostet. Aufsichtsratschef Berndt sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Seeles und seine eigenen Reiseausgaben von 2017 bis 2019 würden untersucht. Das gelte auch für alle Sponsoringausgaben.

NIKE - Bangalore: Der US-Sportartikelhersteller erwartet eine Belastung der Finanzergebnisse im laufenden Geschäftsquartal durch die coronabedingten Filialschließungen rund um den Globus. Das teilte der Adidas- und Puma-Konkurrent am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Nike fährt zwar sein E-Commerce-Geschäft hoch, um die gestiegenen Internetbestellungen stemmen zu können. Aber je nach Land sind nach Angaben des Managements derzeit nur fünf bis 40 Prozent der Nike-Filialen offen. In mehr als 15 Ländern hat das Unternehmen nach den Schließungen im Zuge der Viruskrise wieder Geschäfte geöffnet, darunter Deutschland, Frankreich, Brasilien und die USA. (Zusammengestellt in den Redaktionen Berlin, Frankfurt und Zürich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1232 oder +49 30 2888 5168.)

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